Apple steht im Jahr 2025 unter immensem Druck – politisch, wirtschaftlich und technologisch. Die jüngste Ankündigung von Donald Trump, der wieder das Präsidentenamt innehat, verstärkt die ohnehin prekäre Lage des Tech-Giganten. Mit einem geplanten Strafzoll von 25 % auf Apple-Produkte will Trump amerikanische Unternehmen dazu zwingen, ihre Fertigung wieder auf US-Boden zu verlagern. In sozialen Medien machte er deutlich: Apple müsse wie alle großen Konzerne seiner Verantwortung nachkommen, Arbeitsplätze im eigenen Land zu schaffen.
Für Apple ist das ein empfindlicher Schlag. Der Großteil der iPhones und anderer Geräte wird in China produziert. Eine solche Maßnahme würde nicht nur die Kosten massiv erhöhen, sondern könnte sich auch negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken – besonders in einem Jahr, das ohnehin als eines der schwierigsten der Firmengeschichte gilt.
Europas Regulierer und juristischer Gegenwind
Auch auf dem alten Kontinent weht Apple ein eisiger Wind entgegen. Zwei Untersuchungsrichter haben formelle Verfahren gegen Apple eingeleitet, während die europäischen Regulierungsbehörden weiterhin hart bleiben. Datenschutz, Marktmissbrauch und App-Store-Praktiken stehen im Zentrum der Kritik.
Während sich Apple einst als Innovationsmotor präsentierte, gerät das Unternehmen zunehmend in die Defensive. Es wirkt, als müsse der Konzern seine Vormachtstellung auf mehreren Fronten gleichzeitig verteidigen – eine ungewohnte Position für den langjährigen Branchenführer.
Vision Pro und Apple Intelligence: Der Glanz verblasst
Die internen Entwicklungen machen die Lage nicht einfacher. Mit dem Vision Pro erhoffte sich Apple einen neuen technologischen Meilenstein – doch das Produkt erwies sich als kommerzieller Misserfolg. Auch die Einführung von Apple Intelligence, das eigene KI-System, konnte nicht überzeugen.
Der Aktienkurs spiegelt die Unsicherheit wider: Von einem Höchststand von 260 US-Dollar Ende 2024 ist der Kurs mittlerweile auf rund 195 US-Dollar gefallen. Für ein Unternehmen mit Apples Historie ist das mehr als ein Warnsignal – es ist ein Beleg für die gegenwärtige Krise.
OpenAI und Jony Ive: Eine Allianz mit Sprengkraft
Während Apple kämpft, erstarkt OpenAI. Das Unternehmen hinter ChatGPT entwickelt sich nicht nur technologisch rasant, sondern baut auch gezielt seine Machtposition aus. Besonders brisant: OpenAI hat kürzlich die von Jony Ive gegründete Firma für 6,5 Milliarden US-Dollar übernommen.
Jony Ive, der legendäre Designer hinter dem iPhone und dem iPad, gilt als Architekt der Apple-Ästhetik. Dass er nun gemeinsam mit OpenAI an einem sogenannten „AI Companion Device“ arbeitet, könnte Apple langfristig empfindlich treffen. Denn mit dieser Kombination aus Designgenie und KI-Führerschaft entsteht ein potenter Konkurrent im Bereich der intelligenten Endgeräte.
Apple hätte theoretisch einen Sitz im Verwaltungsrat von OpenAI erhalten können – lehnte aber aus Angst vor Kartellrechtsklagen ab. Heute könnte diese Entscheidung als strategischer Fehler bewertet werden.
Apple plant bereits die Zukunft ohne iPhone
Trotz aller Rückschläge sollte man Apple nicht vorschnell abschreiben. Das Unternehmen hat in den vergangenen 50 Jahren mehrfach bewiesen, dass es sich neu erfinden kann. Allerdings hat sich das Kräfteverhältnis verschoben: Erstmals verteidigt Apple eine führende Position, statt eine neue zu erobern.
Ein Zeichen für den Umbruch ist die Aussage von Apples Vizepräsident Eddy Cue, der in einer Gerichtsverhandlung sagte, dass es „in zehn Jahren kein iPhone mehr geben werde“. Eine provokante These, die jedoch darauf hinweist, dass Apple längst an einer post-iPhone-Zukunft arbeitet. Der Vision Pro – bislang ein Misserfolg – könnte dabei lediglich der erste Schritt eines langfristigen Strategiewechsels sein.
